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Wie wir wurden, was wir sind

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Ein Buch über die Firma Samen Schwarzenberger. Vom Gründer Johann bis zur Betriebsübergabe 2022 von Erich an Markus Schwarzenberger. Viele Jahrzehnte beschreiben spannendste Ereignisse.

Am 15. März 1989 stirbt

Am 15. März 1989 stirbt Alt-Landeshauptmann Eduard Wallnöfer. Welche Sympathien der Tiroler Paradepolitiker, der von 1963 bis 1987 Landeshauptmann war, genoss, zeigt sich in den tirolweiten Trauerkundgebungen. USFCRFC Stadtarchiv Innsbruck Die indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi, 1984 zu Besuch in Innsbruck, trägt ins „Gästebuch“ der Stadt ein. Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986, um 01:23 Uhr im Reaktor-Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl nahe der 1970 gegründeten ukrainischen Stadt Prypja. 20.12.1980 Papst Johannes Paul II. ernennt Reinhold Stecher zum Bischof von Tirol. 01.03.1982 Einführung der gebührenpflichtigen Kurzparkzone in Innsbruck. 16./18.06.1984 16.01.1982 Anschlag des Mittelbergstollens für die Standseilbahn zum Pitztaler Gletscher. Bei ihrem Österreichbesuch trägt sich die indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi, die 1984 ermordet wurde, ins „Gästebuch“ der Stadt Innsbruck ein. 18.11.1985 In Innsbruck wird der erste Notarztwagen eingesetzt. 13.10.1986 Gerhard Berger feiert in Mexiko seinen ersten Grand-Prix-Sieg. 13.–28.02.1988 Bei der Olympiade in Calgary holt Österreich zehn Medaillen, acht davon kommen nach Tirol. 20.07.1987 Schwere Unwetter ziehen katastrophale Überschwemmungen im Stubai- und im Ötztal nach sich. 13 Menschen sterben. 16.02.1984 Der Osttiroler Anton Steiner gewinnt als einziger Österreicher eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Sarajevo. 06.09.1986 Die Bürgerproteste gegen den Transit beginnen. Im Tiroler Landtag wird ein Antrag gestellt, der den Bau einer Eisenbahnuntertunnelung Tirols fordert. 05.03.1987 Alois Partl wird Landeshauptmann und löst damit Eduard Wallnöfer ab. 16.11.1987 Ganovenmeisterstück am Innsbrucker Flughafen. Elf Millionen Schilling verschwinden aus einer startenden Tyrolean-Maschine. Der Raub ist bis heute ungeklärt, das Geld wurde nie gefunden. Einbrechende Konjunktur, das Ende der Vollbeschäftigung – bereits in den 1970ern zeichnete sich eine wirtschaftliche Trendwende ab. Tschernobyl, der Golfkrieg, der Fall der Berliner Mauer. Das Jahrzehnt bescherte Unruhe. Tirol wurde von Vermurungen, Hochwassern und folgenschweren Lawinenabgängen heimgesucht. Als am 15. März 1989 Eduard Wallnöfer starb, trauerte ganz Tirol. Wallnöfer, der fast ein Vierteljahrhundert an der Spitze des Landes stand, übergab sein Amt am 5. März 1987 an Alois Partl. Mit dem Rückzug Wallnöfers aus der Politik begann das langsame Schwinden der Vormachtstellung der ÖVP. Bei den Landtagswahlen 1989 verlor sie um 43.641 und damit erstmals die absolute Mehrheit der Stimmen. Nach der verheerenden Wahlniederlage initiierte Partl den längst fälligen Generationenwechsel in der ÖVP. Der Winter holt auf. Lange Zeit war der Sommer die dominierende Tourismussaison gewesen. Nun änderte sich das: Die Zahl der Winternächtigungen (19,4 Mio.) war erstmals annähernd gleich groß wie jene der Sommernächtigungen (19,5 Millionen). 1989 wurde auch die Tiroler Fremdenverkehrs werbung in den privatwirtschaftlichen Verein Tirol Werbung umgewandelt. DIE 1980ER Die Wolke Katastrophe. Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986 um 01:23 Uhr im Reaktor-Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl nahe der 1970 gegründeten ukrainischen Stadt Prypja. Jahrzehnte nach dem Atomreaktorunfall sind auch in Tirol immer noch radioaktive Spuren in Form von Cäsium 137 in den Böden zu finden. Der Bereich um den Schwarzen Kopf bei Gerlos im Zillertal ist am stärksten betroffen. In den 1980ern nahm die Debatte um Umweltverschmutzung Fahrt auf – nicht zuletzt eben auch bedingt durch Tschernobyl. Das Stichwort „saurer Regen“ wurde in diesem Jahrzehnt geprägt. Kultende. Am 27. Juni 1988 besuchte Papst Johannes Paul II. Tirol. Über 50.000 Menschen feierten mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche im Bergiselstadion die Eucharistie. Reinhold Stecher, der 1980 zum Bischof ernannt worden war, brachte 1985 Bewegung in die Debatte um die Verehrung des Anderls von Rinn, eines Buben, der einer Ritualmordlegende des 17. Jahrhunderts zufolge am 12. Juli 1462 in Rinn von ortsfremden Juden rituell ermordet worden sein soll. Wie die Forschung inzwischen nachgewiesen hat, hat es dieses Ritualmordmartyrium aber nie gegeben. Allen Widerständen und Terrordrohungen zum Trotz machte Stecher den längst fälligen Schritt zur Abschaffung des Kults und ließ das Deckengemälde in der Judensteiner Kirche übermalen. Trotz des kirchlichen Verbots fand und findet nach wie vor alljährlich am Sonntag nach dem 12. Juli eine privat organisierte Wanderung zum „Judenstein“ bei Rinn statt. Beim „Anderl-Hof“ in Rinn, Pilgerziel der Kultanhänger und vorgeblicher Wohnsitz des Kindes, handelt es sich übrigens um einen erst im 17. Jahrhundert errichteten Bauernhof, der also zum behaupteten Tatzeitpunkt noch nicht existiert hatte. ▞ 64 65